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Der Winterfjord - unsere Reise an den Todalsfjord im Januar 2024 - Angeln im Winter in Norwegen

| Felix Schwarte | Blog

Das ich die ganze Tour über nicht ein einziges Mal meinen Thermoanzug anziehen würde, hätte ich nun wirklich nicht gedacht. Doch wirklich, Temperaturen am Tag zwischen 1 und 9 Grad machten das Fjordangeln jederzeit möglich.

Eher war es problematisch, dass der Schnee tagsüber in unmittelbarer Nähe des 4° C warmen Fjordwassers während unserer Tour schmolz. So bildeten sich einige Eisflächen, die für ein rutschendes Auto auf Eisangel-Gewässersuche sorgten und natürlich auch ein paar unerwartete Ausrutscher bei den Gängen zu Fuß.

Das Fjordwasser übrigens: Absolut kristallklar! Noch nie habe ich es so "durchsichtig" gesehen wie zu dieser Jahreszeit.
Auch die Winterstimmung ist am Fjord unbeschreiblich. Licht, Schnee, Wasser und Berge sorgen für einen ständigen Wechsel der Atmosphäre. Sternenhimmel, Vollmond, 2 Dutzend grasender Hirsche nur wenige Meter zu jeder Morgendämmerung direkt am Haus, absolute Ruhe und Stille am abgelegenen Fjord. Immer wieder faszinierte uns das Land, die Natur, der Fjord aufs Neue.

Anglerisch hatten wir aufgrund der fehlenden Erfahrungen zu dieser Jahreszeit nur geringe Erwartungen, doch dass es so "reichhaltig" werden konnte hätten wir wirklich nicht gedacht.
Fangen konnten wir bei 6 Ausfahrten auf dem Todalfjord Seehecht, Dorsch, Knurrhahn, Seelachs, Pollack, Leng, Lump, Flügelbutt, Fleckenhai, Schellfisch , Stintdorsch, Meerforelle, Goldlachs, Kliesche, Octopus... 

Das optimale Zusammenleben & -Erleben unserer 5er-Gruppe trug dazu bei, dass diese einmalige Winterzeit am Fjord zu unserem persönlichen, besonderen Erlebnis werden wird.

Ich kann jedem Norwegenfahrer, der schon viele Male im Sommer dieses wunderbare Land erlebt hat, diese besondere Zeit empfehlen. Natürlich hatten wir auch viel Glück mit dem Wetter, doch wir haben es schlichtweg einfach mal gemacht. Und sind belohnt worden mit nicht nur aus anglerischer Sicht unvergeßlichen Eindrücken.

 

Erste Etappe geschafft, Ankunft im frostigen Göteborg.

 

 

Rund um Oslo Schneetreiben und viel Verkehr, doch die Lage wurde ab spätestens Elverum vollkommen entspannt.

 

 

Pause im Schnee und die Gelegenheit nutzen, etwas Eis vom Auto abzukratzen.

 

 

Am nächsten Tag wird bei wunderschönem Winterwetter das Boot startklar gemacht. Temperaturen knapp über 0 Grad bleiben uns die ganze Zeit über erhalten und schränkten uns in keiner Weise ein.

 

 

Erster Fisch der Tour: Knurrhahn für meinen Bruder Freddie!
Übrigens: Angeln bei Tageslicht war für uns Ende Januar von 9 bis 16 Uhr möglich!

 

 

Zweiter "Fisch": Krake für Markus! Auch damit hätten wir nicht unbedingt gerechnet.

 

 

Frisch gezapftes Feierabendbierchen zum Filetieren, dann aber mit Kopflampe.

 

 

Anglerisch waren wir ohnehin positiv überascht vom Winterfjord, dass Niels dann auch noch seine größte bzw. längste Forelle überhaupt fangen kann, war natürlich das i-Tüpfelchen - 76cm edles Fjordsilber..!

 

 

Der Asbosnytta, "unser" Hausberg, im Winter. Straßenverhältnisse auch hier gut. Licht & Stimmung sehr gut...

 

 

Familie Polden, die Hausbesitzer am Fjord, spendieren uns Hirschgulasch aus eigener Jagd nebst einigen Pfifferlingen. Wir lassen es uns schmecken am Abend, vor dem warmen Kamin. Ein tolles Essen.

 

 

Ordentliche Köhler (Seelachse) waren raubend immer wieder im Fjord anzutreffen und ließen sich meist schon bei der Wasserbeobachtung ausmachen, gingen sie doch unmittelbar an der Oberfläche auf Jagd. Ohnehin: Teils über Stunden Angelzeit zeigte das Echolot pausenlos Fisch an.

 

 

Futterfische (kleine Heringe, Brieslinge, sogar Goldlachse - als Wolken abgebildet) und die Räuber sind nicht weit (Sichelförmige Anzeigen)

 

 

Toller Pollack für Jasper, mit Naturködern gefangen.

 

 

Schellfisch - Brummer, ebenfalls beim Naturköderangeln. Mensch, was ein Fisch.

 

 

Damit hätte ich nicht gerechnet: Einige (!) Seehechte konnten wir fangen - also doch kein Fisch der sich ausschließlich im Sommerhalbjahr in den Fjorden aufhält!

 

 

Das Salmonidenfilet auf der "Planke" mit frischem Wacholder aus dem Wald am Fjord.

 

 

Veredelt draußen am Lagerfeuer, das wurde ein kulinarischer Hochgenuß in traumhafter Atmosphäre!

 

 

Übersehen wir Besucher schnell: Herr Polden, wie immer fleißig, bei der notwendigen Winterarbeit, der Bootsmotorenwartung. Darüber hinaus war auch vor Ort alles optimal vorbereitet, inkl. aufgewärmter Unterkunft, geräumter Wege und vielem mehr. Danke nochmals!

 

 

Rückweg und im Inland ist Norwegens längster Fluss, die Glomma, über mehr als hundert Kilometer entlang unserer Route unter einer schneebedeckten Eisschicht verschwunden.

 

 

Unsere Fünfer-Mannschaft hat hervorragend harmoniert, sich jede Arbeit und jede Menge guter Erlebnisse geteilt und passte einfach gut zusammen. Vielen Dank Euch!

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