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Weisses Riff, Dänemark

Geschrieben von Felix Schwarte am .



„Wind stimmt, genug Angler zusammen! Du kannst losfahren!“
Herbert war das, der gerade mit seiner Familie die Osterwoche in Dänemark verbringt. Die Gelegenheit wollten wir nutzen, gleich mal das Weiße Riff mit der M/S Solea unsicher zu machen.
Die Angelsachen waren natürlich schon gepackt und so war ich 10 Minuten nach dem Anruf startklar. Eben noch getankt, einen letzten Kaffee getrunken, und auf die Bahn… Schließlich sollte der Kutter am dänischen Nordseehafen ja um 6.oo Uhr morgens ablegen, Fahrtstrecke zwar „nur“ 670km, aber so 1 bis 2 Stunden Schlaf vor Ort wären ja auch nicht schlecht. Anvisiert war der 14 Stunden Törn zu den Wracks und Untiefen in der Nordsee. „Dorsch reichlich!“ hieß es zuvor, voller Vorfreude näherte ich mich so dem Ziel.
6.oo Uhr morgens, Ostermontag. Selbst im Hafenbecken sind die Brecher zu spüren, die draußen an die Mole klatschen. Ob er wohl raus fährt? „Mehr Wind wird es nicht!“, so der Skipper. Also aufs Deck geschwungen und das Material ordentlich verstaut und festgemacht. Kurz nachdem wir die äußere Mole passieren wird klar, dass das kein Spaziergang wird. 3 bis 4 Meter Wellenhöhe lassen immer wieder reichlich Gischt in unsere Gesichter treffen. Zum Glück stehen wir im Bug unter dem Schanzkleid, dass uns einigermaßen Schutz bietet. Auf dem ganzen Kutter nur 8 Angler, das heißt reichlich Platz für jeden. Nach 2 ½ Stunden wird dann schon mal die 30 Pfund Bootsrute mit starker Multi montiert; 3 Beifänger in Form von Gummioctopussen (ja die Dinger fangen wirklich was!) und am Ende ein 300gr Stabpilker sollen den Dorsch zum Anbiss überreden. Die Angeltiefe liegt hauptsächlich zwischen 30 und 40 Metern, doch starke Strömung bedürfen relativ hoher Pilkergewichte, hinzu kommt, dass man schnell am Fisch sein muss. Oft wird der Kutter direkt vor einem Riff abgestoppt, und wer den Pilker nicht sofort (!) am Grund hat, riskiert entweder kapitale Hänger oder schon zu weit weg vom Dorsch zu sein. Im Laufe des Tages erhöhen wir die Pilkergewichte sogar auf 400gr.

Endlich! Der Skipper nimmt Fahrt raus, stoppt auf, kurz rückwärts, dann nochmal einen Takken vorwärts. Das Schiff wird perfekt über dem anvisierten Platz positioniert!
Montagen runter, einmal aufklopfen – „Rumms!“. Der erste Dorsch hängt! „Das ging ja schnell…“ rufe ich zu Stefan rüber, Herberts Sohn, der ebenfalls mit uns den Nordsee-Dorschen nachstellt. Den gut 65cm langen Dorsch versorgt, die Montage nochmals runter lassen. Oft bleibt dazu keine Zeit mehr, da die extreme Strömung den Kutter zu schnell von der Stelle treibt, sodass neu angefahren werden muss. Aber jetzt schaffe ich es noch. Wir stehen auf der Lee Seite, die Schnüre gehen leicht Schräg unter die Solea. Montage runter, einmal angehoben, wieder Grundkontakt gesucht, noch mal angehoben, runter lassen, „Rumms…!“ Ich warte kurz knapp über Grund, vielleicht steigt ja noch einer ein. Der Druck wird immer größer, also hochpumpen. Leichter gesagt als getan. Die Bremse läuft auf, die Rute biegt sich weiter. Nur langsam kann ich ein paar Meter gewinnen. Mit den Ellenbogen um die Reling verkeilt, damit ich bei dem Wellengang nicht übers Deck rutsche, versuche ich mich gegen den Fisch zu stemmen. Zuviel Schnur darf man nicht geben, dann drohen Hänger. Nach und nach kommt der Fisch an die Oberfläche. Da! 4 Dorsche! Und was für welche! Schnell schnappen sich Herbert und Stefan je ein Gaff (diese sind überall an Bord verteilt) und gaffen die beiden Größten. Mit Schwung und der passenden Welle werden die 4 Dorsche über Bord gehoben. Alle zwischen 2 und 4 Kilo, die Durchschnittsgröße hier am Riff ist schon sehr gut.

Der Skipper hupt ab, weiter geht’s. Ich versorge den Fisch und schaue mal zu den anderen rüber. Jeder hat seinen Fisch gefangen, und wir waren gerade mal 10 Minuten dabei. 7 – 8 Stunden Angelzeit liegen ja noch vor uns.

So geht es weiter. Wir fangen sehr gut, jeder hat Dorsche bis 5 Kilo. Als Beifang erwische ich noch einen Seelachs, Herbert einen großen Sandaal. So langsam kommt auch die Sonne durch, nur der Wind lässt nicht nach. Man kann nicht alles haben…

Bevor mir auf der Rückfahrt die Augen zufallen, mache ich noch ein, zwei Fotos. Mittig an Bord ist ein sehr guter Filetierplatz, da ich aber den Fisch schon ausgenommen habe und ich bei dem Seegang keine sauberen Filets auslöse, verschieben wir das filetieren auf später. Zwar wird an Land auch ein Filetierservice angeboten, diesen kann ich aber aus diversen Gründen wirklich nicht empfehlen.

So geht ein wirklich schöner, aber auch anstrengender Tag zu Ende. Eins ist klar: Das letzte mal war ich hier nicht!

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